Die mystische Seite

Mythologie

Auf der Halbinsel hängt an vielen Hügeln, Inseln und Bäumen eine Geschichte. Manche stehen in alten Büchern, andere hat man sich am Feuer erzählt.

Mount Brandon

Der heilige Berg


Im Nordwesten der Halbinsel ragt der Mount Brandon auf, 952 Meter hoch. Sein irischer Name Cnoc Bréanainn bedeutet Brendans Hügel.

Ein alter Pilgerweg führt zum Gipfel, der Cosán na Naomh, der Weg der Heiligen. Manche Forscher glauben, dass man dort schon vor der Christenzeit hinaufzog, um das Erntefest Lughnasa zu feiern. Dann wäre der Berg schon damals heilig gewesen.

Auch der Name ist nicht sicher. Manche sehen in Bréanainn nicht den Heiligen, sondern Bran, eine Gestalt der alten irischen Mythologie.

Brauner Berghang in rostroten Tönen unter hellem Himmel

Brendan der Seefahrer

Die Reise ins Paradies


Brendan lebte, so die Überlieferung, vor rund 1500 Jahren und stammte aus der Gegend von Tralee. Bevor er aufs Meer fuhr, soll er vierzig Tage auf dem Berg verbracht haben. Sein Ziel war das Paradies im Westen.

Von seiner Fahrt erzählt die Navigatio Sancti Brendani Abbatis, ein lateinischer Text aus dem 9. Jahrhundert. Darin trifft er auf Wunder und Ungeheuer.

1976 baute der Abenteurer Tim Severin ein Lederboot nach alten Beschreibungen und fuhr von Brandon Creek los. Er wollte prüfen, ob eine solche Reise über den Atlantik möglich war.

Hornsignal

Steile Felsen und ein Hafenbecken mit Mole in dunklen Grün- und Brauntönen

Blasket-Inseln

Der schlafende Riese


Die nördlichste der Blasket-Inseln heißt Inishtooskert. Von der Küste aus sieht sie aus wie ein Riese, der auf dem Rücken liegt. Deshalb nennt man sie auch den Toten Mann oder den schlafenden Riesen.

Die Blaskets waren bis 1953 bewohnt. Die Menschen dort sprachen Irisch, und ihre Geschichten wurden später aufgeschrieben. Heute stehen die Inseln leer.

Meeresrauschen

Dunkle Insel auf rötlich gefärbtem Wasser, am Himmel rostfarbene Strukturen

Volksglaube

Feenburgen und Feenbäume


In ganz Irland liegen kreisrunde Erdwälle auf den Feldern, die Ringforts. Archäologen sehen in ihnen Reste alter Gehöfte. Im Volksglauben wohnt dort das Feenvolk, die Aos Sí.

Wer so einen Wall einebnet, bekommt es der Überlieferung nach mit Krankheit und Unglück zu tun. Darum haben viele Bauern ihn bis heute stehen lassen. Dasselbe gilt für einzelne Bäume auf freier Wiese, besonders für Weißdorn. Sie gelten als Feenbäume.

Vogelstimmen

Einzelner, ausladender Baum auf einer Wiese unter Wolken, das Bild ist dunkel gesprenkelt

Ogham

Stein und Schrift


Auf manchen Steinen stehen Striche an der Kante. Das ist Ogham, eine sehr frühe irische Schrift. Man sagt, ihre Zeichen tragen die Namen von Bäumen.

Bei der Kirche von Kilmalkedar steht ein Ogham-Stein mit einem Loch am oberen Ende. Im Inneren der Kirche liegt der Alphabetstein, in den das lateinische Alphabet geritzt ist.

Nicht weit davon steht das Gallarus Oratory, eine Kapelle aus Stein ohne Mörtel. Wann sie gebaut wurde, ist umstritten. Die Vorschläge reichen vom 7. bis zum 12. Jahrhundert.

Keltisches Hochkreuz auf einem Grabstein mit Inschrift, in goldbraunen Tönen

Selkies und Merrows

Das Seevolk


Von den Blasket-Inseln erzählt man sich Geschichten von Selkies, den Robbenleuten. Sie sollen halb Mensch, halb Robbe sein. Eine Erzählung erklärt, warum Robben aussehen, als weinten sie.

Ähnliche Geschichten gibt es über Meerjungfrauen, die Merrows.

Wellen auf Steinen

Helle, moosbewachsene Steine im flachen Wasser, grünlich getönt

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Was Überlieferung ist

Die meisten Geschichten auf dieser Seite sind Überlieferung. Man hat sie lange mündlich erzählt, und sie sind nicht als Tatsachen belegt. Wo Forscher uneins sind, steht das dabei. Wenn Sie mehr wissen oder etwas richtigstellen möchten, schreiben Sie uns.

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Die Bilder zu den Geschichten


In der experimentellen Galerie sehen Sie die Halbinsel so, wie wir sie erzählen.

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